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Wegen des Klimawandels werden Atomkraftwerke zu Stromlücken führen
Sehr geehrter Herr Düpmeier,
vielen Dank für Ihre Anfrage zu meiner Haltung zur Atomenergie. Auch wenn die unter 18-jährigen noch nicht wählen dürfen, bestimmt diese Wahl ihr Schicksal mit. Wenn die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängert wird, sind auch die jetzt unter 18-jährigen betroffen. Daher antworte ich auch Ihnen und der ganzen Naturfreundejugend Deutschlands gern.
Ich stehe für eine konsequente Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien. Wir haben weltweit die historische Chance, eine Energieversorgung ohne weitere Klimaschäden zu realisieren. Ohne Atommüll und ohne die Gefahr atomarer Katastrophen. Ohne Gesundheitsschäden und ohne Zukunftsangst. Ohne Abhängigkeit von Energieimporten und ohne Erpressbarkeit durch Energiekonzerne. Ohne Verwicklung in internationale Konflikte um Zugang zu den Restressourcen an Öl, Erdgas, Kohle und Uran. Erneuerbare Energien sind als heimische Energie überall verfügbar. Jeder würde von Erneuerbaren und gesteigerter Energieeffizienz profitieren.
Ich habe die große Befürchtung, dass eine schwarz-gelbe Regierung genau das Gegenteil von dem bewirken würde, was ich möchte. Eine Verlängerung der Laufzeit von AKW verhindert den Ausbau der Erneuerbaren Energien, der entscheidend für die ökonomische und ökologische Zukunft unseres Landes sein wird. Vor allem auch für die Zukunft der jetzigen Jugendlichen. Ein Effizienzgesetz ist gerade am Wirtschaftministerium gescheitert. Das Umweltgesetzbuch an der CSU. Wenn man sich aktuelle Studien anschaut, belegen alle, dass Deutschland vor allem im Bereich des Green-Tech eine Zukunft hat. Diese wird es mit einer neuen schwarz-gelben Regierung aber nicht geben.
Wir brauchen keine Atomkraftwerke, schon gar nicht um den Klimawandel zu bekämpfen. Wir haben erneuerbare Energien, die schon heute mehr als 15 Prozent des Stroms erzeugen, bis 2020 wahrscheinlich schon mehr als 40 Prozent. Atomkraftwerke stehen der Entwicklung von Erneuerbaren diametral entgegen. Es sind Grundlastwerke, welche in Volllast laufen müssen und sich nicht mit den schwankenden Einspeisungen von Erneuerbaren verträgt. Also müssen wir uns entscheiden, was wir wollen. Eine grüne Zukunft, die ungefährlich ist, klimaschonend und Deutschland ein wahres Jobwunder beschert oder eine riskante Technologie, die für eine grüne Entwicklung keinen Spielraum lässt. Das haben die großen Energieversorger E.ON und EdF in England freimütig verkündet. Mehr als 30 Prozent Erneuerbare sind für AKW der ökonomische Todesstoß.
Es wird häufig erzählt, wenn die Atomkraftwerke abgestellt werden würden, würde der Strom teurer oder es gebe keinen Strom mehr (so genannte Stromlücke). Das stimmt nicht. In diesem Jahr waren zwischenzeitlich 7 Atomkraftwerke außer Betrieb. Es gab weder steigende Strompreise noch ist der Strom ausgefallen. In Frankreich gibt es häufiger Probleme mit der Stromversorgung im Sommer, gerade weil sie dort so viel Atomstrom erzeugen. AKW müssen gekühlt werden. Wenn die Sommer heißer werden und die Temperatur der Flüsse steigt, ist die Kühlung nicht mehr gewährleistet und Atomkraftwerke müssen abgestellt werden. Wegen des Klimawandels werden also Atomkraftwerke zu Stromlücken führen, wenn wir sie nicht schnell durch Erneuerbare Energien ersetzen, nicht andersherum. Atomenergie ist teuer, gefährlich und absolut überflüssig. Daher sollten wir die AKW lieber heute als morgen abstellen.
Ich möchte deshalb einen Green New Deal, wie ihn Sigmar Gabriel und Frank-Walter Steinmeier auch erneut gefordert haben. Wir müssen in den effizienten Umgang mit Energie investieren. Die günstigste Energie ist die, die wir nicht verbrauchen. Die restliche Energie müssen wir durch Erneuerbare Energien erzeugen, um die Umwelt zu schonen, weniger Rohstoffe zu verbrauchen (und damit weniger Rohstoffe zu importieren) und weil Erneuerbare Energien für ein wahres Jobwunder in Deutschland gesorgt haben und das auch weiterhin tun werden. Mit mir und der SPD bleibt es beim Atomausstieg und dem Umstieg auf Erneuerbare Energien.
Wenn Sie sich ein umfassendes Bild meiner Tätigkeit als stellvertretender energiepolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion machen wollen, dann besuchen Sie meine Homepage www.axel-berg.de. Dort finden Sie weitere Ideen, wie wir unsere Energieversorgung auf Erneuerbare Energien umstellen können.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Axel Berg
Schlagworte: SPD

