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Ich werde auch in der nächsten Wahlperiode dafür kämpfen, dass es keine Laufzeitverlängerungen gibt.

Marco Bülow
SPD-Bundestagsabgeordneter, Dortmund


Sehr geehrter Herr Düpmeier,

die gesamte 16. Legislaturperiode über habe ich mich dafür eingesetzt,
dass der Atomausstieg nicht rückgängig gemacht wird. Um
Überzeugungsarbeit zu leisten, habe ich eine Reihe an
Informationsmaterialien zur Atomenergie erarbeitet, die man u. a. auf
meiner Homepage www.marco-buelow.de <www.marco-buelow.de/> findet
(www.marco-buelow.de/energie-klima/hintergruende/atomenergie.html).

Ich werde auch in der nächsten Wahlperiode dafür kämpfen, dass es keine
Laufzeitverlängerungen gibt oder gar neue Atomkraftwerke gebaut werden.
Im Gegenteil fordere ich die vorzeitige Stilllegung der sieben ältesten
und unsichersten AKW und die endgültige Außerbetriebnahme des
Pannenreaktors Krümmel (313 meldepflichtige Ereignisse und 25 Prozent
Stillstandzeiten).
In diesem Sommer hat sich gezeigt, dass die Versorgung nicht
zusammenbricht, wenn acht Reaktoren gleichzeitig abgeschaltet sind.
Dieses Schreckgespenst der mangelnden Versorgungssicherheit wird ja
immer gerne von der Atomlobby und den "Brückentechnologen" der Union/FDP
heraufbeschworen.
Den Einsatz der Union und FDP für die Atomenergie halte ich für völlig
unverantwortlich. Wir haben bisher kein Endlager. Obwohl wir schon
selbst bei Beibehaltung des gesetzlich vereinbarten Atomausstiegs mit
über 17.000 Tonnen hochradioaktiven Abfall rechnen müssen und nicht
wissen wohin damit, kämen bei einer Verlängerung um zehn Jahre noch
einmal ca. 4.500 Tonnen dazu. Wir reden hier von den gefährlichsten
Stoffen, die es überhaupt gibt und die einen Zeitraum überdauern, der
wahrscheinlich den der menschlichen Zivilisation übersteigt.
Davon abgesehen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von Unfällen in
Atomkraftwerken mit zunehmender Laufzeit. Die Reaktoren sind für eine
Laufzeit von 25, nicht 40 oder gar 60 Jahre konzipiert und unterliegen
üblichen Alterungsprozessen wie Materialermüdung. Zudem sind die älteren
AKW schon von ihrer Konstruktion her nicht so sicher wie neuere. So
würden sie beispielsweise einem Terrorangriff voraussichtlich nicht
standhalten können. Selbst wenn es gelänge, die technischen Mängel der
veralterten AKWs dauerhaft zu beheben, so können wir menschliches
Fehlverhalten nie ausschließen. Und dies wäre bei einer
Hochrisikotechnologie wie Atomenergie fatal.

In Union und FDP finden sich auch genügend Politikerinnen und Politiker,
die den Neubau von Atomkraftwerken fordern. Von allen schon genannten
Nachteilen abgesehen, haben diejenigen nicht verstanden, dass das
Festhalten an der Atomenergie sowie der gleichzeitige Ausbau der
Erneuerbaren Energien sich ausschließen. Erneuerbare Energien sind
dezentral, flexibel und mittelstandsfreundlich. Die Atomenergie ist
dagegen unflexibel, zentralistisch und stützt das Quasimonopol der vier
großen deutschen Energieversorger. Wohl nicht ohne Grund haben E.ON und
EdF in England die Regierung um eine Reduzierung der Ausbauziele für
Erneuerbare Energien gebeten. Denn nur so können sie die künftigen
Gewinne durch ihre Atomkraftwerke sichern. Und nur darum geht es: um
zusätzlichen Profit für die Betreiber. Jedes Jahr Laufzeit bringt pro
Reaktor ca. 300 Mio. Euro Gewinn. Wir können aber nicht das
Profitinteresse der Betreiber über das Sicherheitsinteresse der
Bevölkerung stellen, sondern müssen uns von dieser veralteten
Risikotechnologie verabschieden.

Die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energien. Sie liefern sicheren und
sauberen Strom und machen uns unabhängig. Von daher werde ich auch nach
der Wahl alles dafür tun, am Atomausstieg festzuhalten und die
Erneuerbaren Energien nach vorne zu bringen.


Mit freundlichen Grüßen
Marco Bülow

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Schlagworte: SPD

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