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Glossar zum Atomausstieg

Abklingbecken

Nach ihrem Einsatz im Reaktor eines Atomkraftwerkes werden die Brennelemente in einem mit Wasser gefülltem Becken, dem Abklingbecken, gelagert, bis Radioaktivität und Wärmeentwicklung einen gewünschten Wert angenommen haben.

AKEnd

1999 wurde der Arbeitskreis Endlagerung (AKEnd), bestehend aus vom Bundesumweltministerium beauftragten Fachleuten aus verschiedenen Bereichen eingerichtet, um wissenschaftlich fundierte Kriterien für die Suche nach einem Endlagerstandort für radioaktiven Abfall aufzustellen. Der AKEnd hat Verfahren entwickelt, mit dem bis zum Jahre 2030 ein Endlager gefunden werden kann. Mehrere Standorte in unterschiedlichen Gesteinsformationen sollen dabei auf ihre Eignung hin untersucht und miteinander verglichen werden. Sehr große Bedeutung hat im vorgeschlagenen Verfahren die Bürgerbeteiligung. Das Verfahren wurde allerdings bisher nicht angewendet.

Atomkraftwerk (AKW)

Im Reaktor eines Atomkraftwerks wird die bei der Spaltung von Uran-235 frei werdende Energie zur Stromerzeugung genutzt. Dabei entstehen neue chemische Elemente als Spaltprodukte, zum Beispiel Iod, Cäsium, Strontium, Xenon, Barium und Krypton. Viele Spaltprodukte sind radioaktiv. Wenn sie zerfallen, geben sie ionisierende Strahlung ab. Je nach Bauart unterscheidet man zwischen Druckwasserreaktoren und Siedewasserreaktoren.

Alphastrahlung

Alphastrahlung besteht aus positiv geladenen Teilchen. Sie wird durch wenige Zentimeter Luft absorbiert und kann weder ein Blatt Papier noch die Haut des Menschen durchdringen. Sie werden dann gefährlich, wenn die Alphastrahlen aussendende Substanz eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen wird oder in Wunden gelangt.

Asse

Im stillgelegten ehemaligen Salzbergwerk Asse bei Wolfenbüttel (Niedersachsen) wurden Verfahren und Techniken zur Endlagerung radioaktiver Abfälle entwickelt und erprobt. Hier wurden bis 1978 insgesamt mehr als 120.000 Fässer schwach- und mittelaktive Abfälle eingelagert. Aufgrund von Einsturzgefahr und eindringender Lauge ist das Endlager in die Schlagzeilen geraten.

Atom

Ein Atom ist das kleinste Teilchen eines Elements und chemisch nicht teilbar. Ein Atom besteht aus einem sehr dichten Kern und einer Atomhülle. Die Hauptmasse des Atoms ist in Form von Protonen (elektrisch positiv geladene Teilchen) und Neutronen (elektrisch neutrale Elementarteilchen) im Kern konzentriert. Die Atomhülle besteht aus negativ geladenen Elektronen, die den Kern umkreisen. Atome sind elektrisch neutral, da die Protonenzahl im Kern und die Elektronenzahl in der Hülle gleich ist.

Atomgesetz

Seit 1959 existiert ein Gesetz über die friedliche Verwendung der Atomenergie in Deutschland und den Schutz gegen ihre Gefahren. Es wurde 2002 zur rechtlichen Regelung des Atomausstiegs noch einmal grundlegend geändert.

Atomkern

Der Bereich des Atoms, in dem sich Protonen und Neutronen befinden. Der Atomkern ist von einer Hülle mit Elektronen umgeben.

Atomtransporte

Kernbrennstoffe oder sonstige radioaktive Stoffe werden auf öffentlichen Verkehrswegen befördert. Die Behälter, in denen der Abfall transportiert wird, sind von den Behörden zu diesem Zweck genehmigt und erfüllen alle Anforderungen des Strahlenschutzes. Für hochradioaktive Abfälle werden ausschließlich Transportbehälter vom Typ Castor verwendet. Die Behälter sollen durch ihre Konstruktion selbst bei einem Unfall jede unzulässige Strahlenbelastung ausschließen.

Becquerel (Bq)

Das Becquerel (Kurzzeichen: Bq) ist die Maßeinheit der Aktivität eines radioaktiven Stoffes und gibt an, wie viele Zerfälle pro Sekunde stattfinden.

Betastrahlung, Betateilchen

Betastrahlung ist Teilchenstrahlung in Form von Elektronen. Sie durchdringen die Luft bis zu mehreren Metern und auch die menschliche Haut kann sie nicht aufhalten.

Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)

Das Bundesamt für Strahlenschutz ist die deutsche Bundesbehörde, die für den Strahlenschutz zuständig ist. Sie ist dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) unterstellt.
Aufgabe des Amtes ist es, Menschen und Umwelt vor Schäden durch ionisierende Strahlung zu bewahren. Seine Mitarbeiter klären über mögliche Gefahren auf. Sie verfolgen die wissenschaftliche Forschung und setzen neue Erkenntnisse beim Umgang mit radioaktiven Stoffen praktisch um. Sie wachen über die Sicherheit kerntechnischer Anlagen, die Beförderung radioaktiver Stoffe und die Entsorgung radioaktiver Abfälle. Webseite: www.bfs.de

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)

In Deutschland ist das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU), kurz Bundesumweltministerium, für die Umweltpolitik beziehungsweise die Belange des Umweltschutzes zuständig. Das Ministerium trägt die politische Verantwortung für die Sicherheit der Atomkraftwerke sowie den Schutz der Bevölkerung und der Umwelt vor ionisierender Strahlung. Es ist für alle Fragen der Entsorgung radioaktiver Abfälle zuständig. webseite: www.bmu.de

Biblis

Ein Atomkraftwerk in Biblis am Rhein. Der Block A wurde 1974, der Block B 1976 in Betrieb genommen.

Biosphäre

Die Biosphäre ist der Teil der Erde, der von lebenden Organismen bewohnt ist. Dazu gehören die oberste Erdkruste, die Erdoberfläche und die Atmosphäre.

Brennelement

Anordnung, in der eine Vielzahl von Brennstäben zu einer Baueinheit zusammengefasst sind und mit der der Kernbrennstoff in den Kernreaktor eingesetzt wird. Ein Brennelement eines Druckwasserreaktors enthält rund 530 kg, das eines Siedewasserreaktors rund 190 kg Uran.

CASTOR

Abkürzung für “Cask for storage and transport of radioactive material”. Behältertyp für den Transport und die Zwischenlagerung von abgebrannten Brennelementen und anderen hochradioaktiven Abfall. Wände mit circa 450 Millimeter Stärke aus Gusseisen und Graphit schirmen die ionisierende Strahlung nach außen ab. Der Behälter ist durch ein Mehrfachdeckelsystem verschlossen.

Deutsches Atomforum

Verschiedene Unternehmen und Einrichtungen haben sich mit dem Ziel zusammen geschlossen, das Image der Atomenergie durch Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern. Sowohl die Energieversorgungsunternehmen als auch Anlagenhersteller, Zulieferungsindustrie, Forschungszentren und sonstige Verbände sind Mitglieder im Deutschen Atomforum. www.kernenergie.de

Dosis

Die Dosis ist ein Maß für eine näher anzugebende Strahlenwirkung.

Druckwasserreaktor (DWR)

Von den 17 deutschen Atomkraftwerken sind elf Druckwasserreaktoren. Sie haben, im Gegensatz zu Siedewasserreaktoren insgesamt drei Wasserkreisläufe: Im ersten Kreislauf wird der Kernreaktor mit Wasser umspült, das unter hohem Druck steht und so – trotz der durch die Kernspaltungen verursachten hohen Temperatur von 320 Grad Celsius – nicht zum Siedepunkt gelangt. Die Wärme wird an den sekundären Kreislauf abgegeben, so dass hier Wasser verdampft. Der dadurch entstehende Wasserdampf treibt eine Turbine an. Ein dritter Kreislauf, der Kühlwasserkreislauf, kühlt den Dampf ab, der so wieder zu Wasser kondensiert. Die Trennung der Kreisläufe verhindert, dass radioaktive Stoffe den ersten Kreislauf verlassen.

Elektron

Negativ geladenes Elementarteilchen. Elektronen umkreisen den positiv geladenen Kern des Atoms. Ihre Zahl bestimmt das chemische Verhalten des Atoms.

Endlager

Endlager für radioaktive Abfälle dürfen in Deutschland ausschließlich in tiefen, stabilen geologischen Formationen eingerichtet werden. Mehrere hundert Meter tief unter der Erdoberfläche sollen die Abfälle vollständig von der Biosphäre isoliert werden. Ein solches Lager muss erdbebensicher sein und radioaktive Stoffe dürfen nicht ins Grundwasser gelangen können. Desweiteren muss über hunderttausende von Jahren die Sicherheit gewährleistet sein. Während Abfälle mit mittlerer und schwacher Radioaktivität voraussichtlich ab 2013 im Erzbergwerk Schacht Konrad gelagert werden können, gibt es in Deutschland kein Endlager für stark strahlende Abfälle wie zum Beispiel abgebrannte Brennelemente. Als mögliches Endlager wird ein Salzbergwerk in Gorleben geprüft.
Im stillgelegten ehemaligen Salzbergwerk Asse in Niedersachsen wurden Verfahren und Techniken zur Endlagerung radioaktiver Abfälle erprobt. Hier wurden bis 1978 schwach- und mittelaktive Abfälle eingelagert. In Morsleben befand sich das Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle der DDR.

Energieversorgungsunternehmen

Es gibt in Deutschland mehrere hundert Energieversorgungsunternehmen. Der Strommarkt wird von den vier großen Unternehmen RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall dominiert, die zusammen einen Marktanteil von rund 80 Prozent haben. Sie betreiben die 17 deutschen Atomkraftwerke.
Diese vier Unternehmen sind zugleich die Netzbetreiber in Deutschland. Das heißt, dass andere Energieversorgungsunternehmen auf ihre Netze angewiesen sind und ihnen für die Durchleitung von Strom Gebühren bezahlen müssen. Die Haushalte als Endverbraucher erhalten ihren Strom meist von regionalen Versorgungsunternehmen, die häufig Tochterunternehmen von RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall sind.

Gammastrahlung

Gammastrahlung ist ähnlich dem Licht eine elektromagnetische Strahlung. Sie ist sehr energiereich und durchdringt sehr leicht verschiedene Materie. Zur Abschirmung benötigt man dicke Wände aus Blei oder Beton.

GAU

Größter Anzunehmender Unfall, oder auch "Auslegungsstörfall". Man spricht von einem Gau, wenn in einem Atomkraftwerk ein Unfall mstattfindet, dem die Anlage aber noch standhalten kann, und bei dem nicht mehr radioaktive Strahlung an die Umwelt abgegeben wird, als gesetzlich zugelassen ist. Solche Störfälle sind zwar selten, wurden aber bei der Planung des Kraftwerks mit eingeplant. Ursprünglich dachte man dabei vorallem an einen möglichen Schaden der Kühlwasserleitung, heute verwendet man diesen Begriff auch für andere Unfälle, die aber vergleichbare Ausmaße haben.

Gorleben

Gorleben ist eine Gemeinde in Niedersachsen. Hier befindet sich ein Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle. Ein Salzstock im Untergrund bei Gorleben wird als mögliches Endlager für hochradioaktiven Abfall geprüft. Die Nutzung ist allerdings stark umstritten und derzeit ungeklärt.

Halbwertszeit

Man kann nicht vorhersagen, wie lange es dauert, bis ein einzelner Atomkern eines radioaktiven Stoffes zerfällt. Man weiß nur, dass von einer großen Zahl von Atomen eines Elements nach einer bestimmten Zeitspanne die Hälfte zerfallen ist. Diese Zeitspanne nennt man Halbwertszeit. Sie ist für jedes radioaktive Element unterschiedlich und kann von weniger als einer Mikrosekunde bis zu vielen Milliarden Jahren betragen. Uran-238 hat zum Beispiel eine Halbwertszeit von 4,5 Milliarden Jahren. Das heißt von einem Kilo Uran-238 ist nach dieser Zeitspanne gerade mal die Hälfte zerfallen. Nach weiteren 4,5 Milliarden Jahren ist von den verbleibenden 500 Gramm wiederum die Hälfte zerfallen und so weiter.

Ionisierende Strahlung

Ionisierende Strahlung ist energiereiche Strahlung, die Materie ionisieren kann, indem sie Elektronen aus den Hüllen der Atome herausschlägt. Umgangssprachlich spricht man auch von „radioaktiver Strahlung“. Sie entsteht beim radioaktiven Zerfall im Atomkern. Es werden Alpha-, Beta-, Gamma- und Neutronenstrahlung unterschieden.

Isotope

Isotope eines Elements unterscheiden sich durch die Zahl der Neutronen im Atomkern. Die meisten natürlichen Elemente besitzen ein oder wenige stabile Isotope. Die übrigen Isotope sind instabil. Es gibt auch Elemente, bei denen alle Isotope instabil sind. Ein Beispiel: Neben dem stabilen Kohlenstoff mit sechs Protonen und sechs Neutronen im Kern gibt es auch Kohlenstoff mit acht Neutronen im Kern. Zur Unterscheidung bezeichnet man es als Kohlenstoff-14. Atome dieses Isotops sind im Gegensatz zu Kohlenstoff-12 instabil und zerfallen unter der Abgabe von Betastrahlung.

Kernbrennstoffe

Kernbrennstoffe sind spaltbare Materialien in Form von Uran als Metall, Legierung oder chemischer Verbindung oder Plutonium als Metall, Legierung oder chemischer Verbindung.

Kernkraft

Atomkerne werden durch Kernkräfte zusammengehalten. Bei Kernumwandlungen wie zum Beispiel der Spaltung von Urankernen wird die Kernenergie freigesetzt und kann zur Stromerzeugung in einem Atomkraftwerk genutzt werden.

Kernreaktor

Ein Kernreaktor ist eine technische Anlage, in der Kernspaltungen ablaufen. Es gibt unterschiedliche Reaktortypen, die sich nach der Art der Kühlung, der Moderation und der Bauweise unterscheiden. In Deutschland sind Siedewasserreaktoren und Druckwasserreaktoren im Einsatz.

Kernspaltung

Spaltung schwerer Atomkerne durch Beschuss mit Neutronen, wobei große Energiemengen freigesetzt werden. Bei der Kernspaltung entstehen jeweils zwei mittelgroße Kerne, die radioaktiven Spaltprodukte. Bei der Spaltung von Uran-235 werden neue Neutronen frei, die weitere Kernspaltungen auslösen können und es kann zu einer Kettenreaktion kommen. Kernspaltung kann auch spontan, das heißt ohne Anregung von außen auftreten.

Konrad

Im Schacht Konrad, einem ehemaligen Eisenerzbergwerk im Raum Salzgitter sollen voraussichtlich ab 2013 mittel und schwach radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung endgelagert werden.

La Hague

In La Hague an der nordfranzösischen Küste werden radioaktive Abfälle aus französischen Atomkraftwerken wiederaufarbeitet und zwischengelagert. Ein Teil der flüssigen Abfälle aus der Wiederaufarbeitung wird ins Meer geleitet, was zu starker radioaktiver Verschmutzung vor der Küste führt.

Leukämie

Leukämie, auch Blutkrebs genannt, ist eine schon bei Kindern auftretende Erkrankung, bei der sich die weißen Blutkörperchen stark vermehren und andere Blutbestandteile verdrängen. In Deutschland erkranken jährlich 1800 Kinder neu an Leukämie.

Neutron

Elektrisch neutrales Elementarteilchen. Neutronen sind Bausteine des Atomkerns und werden bei der Kernspaltung freigesetzt.

Plutonium

Ein giftiges und radioaktives Schwermetall. Es ist das schwerste in der Natur vorkommende Element. Da es – wie Uran – spaltbar ist, spielt es eine wichtige Rolle für den Betrieb von Atomkraftwerken und den Bau von Atombomben. Gelangt eine Menge von wenigen Mikrogramm in den menschlichen Körper, ist nahezu mit Sicherheit davon auszugehen, dass es zu einer Krebserkrankung kommt.

Proton

Elektrisch positiv geladenes Teilchen. Protonen und Neutronen bilden zusammen den Atomkern. Die Zahl der Protonen bestimmt das chemische Element, dem dieses Atom zugeordnet ist. So hat zum Beispiel Sauerstoff acht oder Uran 92 Protonen im Kern.

Radioaktive Abfälle

In radioaktiven Abfällen sind die unterschiedlichsten radioaktiven Stoffe enthalten. Ein großer Teil dieser Abfälle kommt aus Atomkraftwerken, aber auch in Forschungseinrichtungen, bei der Bundeswehr und in der Medizin fallen radioaktive Abfälle an. Hochradioaktive Abfälle wie zum Beispiel Brennstäbe aus den Atomkraftwerken strahlen auch nach Jahren noch sehr stark und entwickeln Wärme, weil in ihnen fortlaufend radioaktive Zerfälle stattfinden.
Wenn die durch radioaktive Zerfälle verursachte Temperaturerhöhung in einer Lagerkammer maximal drei Grad beträgt, spricht man von Abfällen mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung. Eine andere international übliche Bezeichnung für diese Art von Abfällen ist schwach- und mittelradioaktiver Abfall. Grundsätzlich stellen die Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung über 90 Prozent des gesamten Abfallvolumens dar – sie beinhalten aber nur 0,1 Prozent der gesamten ionisierenden Strahlung.

Radioaktive Stoffe

Stoffe, die spontan ionisierende Strahlen aussenden.

Radioaktivität

Eigenschaft bestimmter Atomkerne sich ohne äußere Einwirkung in andere Atomkerne umzuwandeln und dabei ionisierende Strahlung auszusenden.

Reaktor

Siehe Kernreaktor

Sellafield

Sellafield ist eine Atomanlage an der irischen See in Nordwestengland. Auf dem Gelände befinden sich unter anderem zwei Wiederaufarbeitungsanlagen für Brennstoffe aus britischen und ausländischen Atomkraftwerken. Die Anlagen sind wegen ihrer Einleitungen von radioaktiven Stoffen in die irische See umstritten. 1957 ereignete sich in einem Reaktor auf dem Gelände einer der schwersten Unfälle in der Geschichte der Nutzung der Atomenergie.

Siedewasserreaktor (SWR)

Siedewasserreaktoren besitzen im Gegensatz zu Druckwasserreaktoren (DWR) nur zwei Kühlwasser-Kreisläufe. Der Druck im ersten Kreislauf ist geringer und der zweite Kreislauf fehlt. Das Wasser verdampft direkt im Reaktor und wird an die Turbine weitergeleitet, die mit einem Generator verbunden ist. Mithilfe des zweiten Kühlkreislaufes wird der Dampf wieder zu Wasser kondensiert und anschließend in den Reaktor zurückgeführt.

Sievert

In Sievert gibt man die Energie der ionisierenden Strahlung an, die der Körper aufnimmt. Eine Ganzkörperbestrahlung mit einer Dosis von circa 7000 Millisievert ist tödlich.

Standort-Zwischenlager

Einrichtungen, in denen verbrauchte Brennelemente am Standort eines Atomkraftwerks bis zur endlagergerechten Konditionierung in geeigneten Transport- und Lagerbehältern aufbewahrt werden. Die Lagerdauer ist für maximal 40 Jahre ab Beladung des ersten Behälters vorgesehen.

Strahlenbelastung

Als Strahlenbelastung bezeichnet man die schädigende Einwirkung von ionisierender Strahlung auf Lebewesen. Die Strahlung kann aus natürlichen Quellen (zum Beispiel kosmische Strahlung) oder aus künstlichen Quellen wie radioaktiven Abfällen kommen.

Strahlenschäden

Ionisierende Strahlung kann Gesundheitsschäden beim Menschen verursachen. Bei den Schäden, die bei bestrahlten Personen auftreten können, werden Früh- und Spätschäden unterschieden. Krankheitserscheinungen von Frühschäden können ein verändertes Blutbild, Übelkeit, Entzündung der Schleimhäute oder Fieber sein. Sie treten direkt nach der Strahleneinwirkung, spätestens nach einigen Wochen auf.
Spätschäden zeigen sich erst nach einigen Jahren oder Jahrzehnten, obwohl die Zellen des Organismus schon unmittelbar nach der Bestrahlung geschädigt wurden. Beispiele für Spätschäden sind Unfruchtbarkeit oder Krebserkrankungen wie zum Beispiel Leukämie. Wenn schwangere Frauen erhöhter Strahlung ausgesetzt sind, kann es zu Fehlbildungen des Kindes kommen. Auch kann das Erbgut geschädigt werden, so dass Strahlenschäden erst bei nachfolgenden Generationen auftreten und weiter vererbt werden.
Spätschäden treten nicht erst ab einem bestimmten Schwellenwert auf. Auch eine geringe Dosis kann Ursache einer Jahrzehnte später auftretenden Krebserkrankung sein.

Strahlenschutz

Unter Strahlenschutz versteht man den Schutz von Mensch und Umwelt vor den schädigenden Wirkungen ionisierender und nicht ionisierender Strahlung. Der Strahlenschutz ist insbesondere wichtig für Personen, die zum Beispiel in Atomkraftwerken arbeiten oder im Bereich der Medizin, mit radioaktiven Stoffen hantieren.

Strahlung

Strahlung ist Energie, die sich durch den Raum oder durch Materie ausbreitet. Dabei kann es sich um Wellenstrahlung wie das Licht oder um Teilchenstrahlung, die zum Beispiel aus Elektronen (Betastrahlung) besteht, handeln.

Super-GAU

Der Super-GAU, auch "Auslegungsüberschreitender Störfall" genannt, ist die Steigerung des GAUs. Es handelt sich also um einen Unfall in einem Atomkraftwerk, dem die Anlage nicht mehr standhalten kann, und bei dem große Mengen radioaktiver Strahlung unkontrolliert an die Umwelt abgegeben werden. Unfälle solcher Art wurden bei der Planung des Kraftwerks nicht bedacht. Ein Beispiel für einen Super-GAU ist das Atomkraftwerk in Tschernobyl.

Tschernobyl

Das größte Unglück in der Geschichte der Nutzung der Atomenergie ereignete sich 1986 im Atomkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine. Nach einer Explosion im Kernreaktor schmolzen die Brennelemente und radioaktive Stoffe wurden in die Atmosphäre katapultiert. Eine Wolke mit radioaktiven Stoffen gelangte bis nach Deutschland. Das Gebiet um Tschernobyl ist noch heute unbewohnbar.

Uran

Uran ist ein radioaktives Metall. Das Isotop Uran-235 lässt sich durch langsame Neutronen gut spalten. Weil es als einzige bekannte natürlich vorkommende Substanz zu einer Kernspaltungs-Kettenreaktion fähig ist, wird es in Atomkraftwerken und in Atombomben genutzt.

Urananreicherung

Zur Herstellung von Brennelementen für Kernreaktoren muss Uran angereichert werden. Natururan besteht aus zwei Isotopen: 99,3 Prozent sind Uran-238, 0,7 Prozent sind Uran-235. Zur Verwendung im Reaktor muss der Anteil des Uran-235 in den Brennstäben zwischen drei und fünf Prozent betragen und der Anteil des Uran-238 entsprechend weniger. Die Trennung der Isotope erfolgt in einer kerntechnischen Anlage mithilfe von Zentrifugen. Als Abfallprodukt entsteht sogenanntes „abgereichertes“ Uran.

Uranbergbau

Uranerz wird im großen Stil in Australien, Südafrika, Namibia, Russland, Kanada und den USA abgebaut. Auch in Deutschland gibt es größere Uranvorkommen, die aber nicht mehr genutzt werden. Um reines Uran zu erhalten, muss das im Tagebau oder im unterirdischen Abbau gewonnenen Erz zerkleinert und chemisch behandelt werden. Die Abfälle aus diesen Prozessen enthalten Schwermetalle und radioaktive Stoffe, die ökologische und gesundheitliche Gefährdungen verursachen. Der größte Teil des Uranabbaus findet in Gebieten statt, in denen Ureinwohner wie zum Beispiel die australischen Ureinwohner oder die amerikanischen Indianer leben.

Wiederaufarbeitung

Ziel der Wiederaufarbeitung ist die Rückgewinnung von Uran-235 als Kernbrennstoff, die Gewinnung anderer radioaktiver Isotope (unter anderem Plutonium) sowie die Verringerung der radioaktiven Abfallmenge. Der Bau einer deutschen Anlage zur Wiederaufarbeitung in Wackersdorf (Bayern) wurde 1989 nach heftigen Protesten eingestellt. Bis 2002 wurden deutsche Kerbrennstoffe zur Wiederaufarbeitung nach La Hague (Frankreich) und Sellafield (Großbritannien) geliefert.

Zwischenlager

Da zurzeit kein Endlager für radioaktive Abfälle zur Verfügung steht, müssen radioaktive Abfälle zwischengelagert werden. Die Energieversorgungsunternehmen als Betreiber der Atomkraftwerke und Verursacher eines großen Teil der Abfälle betreiben Zwischenlager an den Standorten der Atomkraftwerken. Radioaktive Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im Ausland können in den zentralen Zwischenlagern in Gorleben und Ahaus gelagert werden. Für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gibt es in den meisten Bundesländern Zwischenlager, in denen die Abfälle bis zur Endlagerung im Schacht Konrad aufbewahrt werden.

Quellen: www.bfs.de, www.wikipedia.de

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